Ein Sturz in der Wohnung, ein plötzlicher Schwächeanfall, ein medizinischer Notfall – solche Situationen können ältere Menschen besonders gefährden, wenn sie alleine wohnen und niemand erreichbar ist. Der Hausnotruf ist eine einfache, technische Lösung: Mit einem Knopfdruck am Handgelenk oder um den Hals kann jederzeit Hilfe gerufen werden. In Hamburg wird der Hausnotruf von verschiedenen Anbietern angeboten – und unter bestimmten Voraussetzungen auch von der Pflegekasse bezuschusst.
Wie funktioniert ein Hausnotruf?
Ein Hausnotruf-System besteht aus zwei Komponenten: einem Basisgerät, das mit dem Telefonnetz verbunden ist, und einem mobilen Sender, den der Nutzer als Armband oder Anhänger trägt. Bei einem Notfall drückt die Person den Knopf am Sender – das Basisgerät stellt automatisch eine Verbindung zur Notrufzentrale her.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notrufzentrale sprechen mit der Person und koordinieren die notwendige Hilfe: Benachrichtigung von Angehörigen, Rettungsdienst oder dem Schlüsseldienst. Moderne Systeme verfügen außerdem über einen automatischen Sturzerkenner, der auch dann Alarm schlägt, wenn die Person bewusstlos ist und den Knopf nicht drücken kann.
Wer braucht einen Hausnotruf in Hamburg?
Ein Hausnotruf ist besonders sinnvoll für:
- Ältere Menschen, die alleine wohnen
- Personen mit erhöhtem Sturzrisiko (nach Hüftoperation, bei Gleichgewichtsproblemen)
- Menschen mit Herzerkrankungen, Diabetes oder Epilepsie
- Personen mit Pflegegrad 1 oder 2, die noch weitgehend selbstständig sind
- Pflegebedürftige Menschen, bei denen Angehörige nicht rund um die Uhr anwesend sein können
Der Hausnotruf ersetzt keine pflegerische Versorgung, ergänzt sie aber sinnvoll. Er gibt sowohl den Betroffenen als auch ihren Angehörigen ein Sicherheitsgefühl.
Kassenleistung: Bezuschussung durch die Pflegekasse
Wer einen anerkannten Pflegegrad hat, kann einen Hausnotruf als technisches Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse bezuschussen lassen. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für Pflegehilfsmittel bis zu einem Betrag von 42 Euro monatlich. Viele Hausnotruf-Systeme liegen genau in diesem Kostenrahmen – das bedeutet: für Menschen mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse in vielen Fällen die komplette Grundmiete.
Hausnotruf ohne Pflegegrad
Auch ohne Pflegegrad kann ein Hausnotruf genutzt werden – dann allerdings ohne Kassenbeteiligung. Die monatlichen Kosten liegen je nach Anbieter und Leistungsumfang zwischen 20 und 50 Euro. Viele ältere Hamburger finanzieren den Hausnotruf selbst, da sie ihn als sinnvolle Versicherung für die eigene Sicherheit betrachten.
Hausnotruf mit GPS – auch unterwegs sicher
Eine neuere Entwicklung sind mobile Hausnotruf-Geräte mit GPS-Funktion. Diese Geräte funktionieren nicht nur zu Hause, sondern auch beim Spaziergang im Park oder beim Einkaufen. Sie übertragen den Standort des Nutzers an die Notrufzentrale, sodass Hilfe auch außerhalb der Wohnung schnell koordiniert werden kann. In einer Stadt wie Hamburg, wo viele Senioren aktiv am Leben teilnehmen, ist das ein echter Mehrwert.
Was kostet ein Hausnotruf in Hamburg?
| Leistung | Typische Kosten |
|---|---|
| Grundgerät + Sender (Miete/Monat) | ca. 20–35 Euro |
| Mobile Version mit GPS (Miete/Monat) | ca. 35–55 Euro |
| Einsatzpauschale (bei Notfall) | 0–50 Euro je nach Anbieter |
| Installationsgebühr (einmalig) | 0–50 Euro |
| Pflegekasse-Zuschuss (ab Pflegegrad 1) | bis 42 Euro/Monat |
Welche Anbieter gibt es in Hamburg?
In Hamburg sind verschiedene Hausnotruf-Anbieter aktiv – darunter Wohlfahrtsverbände wie DRK (Deutsches Rotes Kreuz), Malteser, Johanniter und ASB (Arbeiter-Samariter-Bund), aber auch kommerzielle Anbieter. Bei der Wahl des Anbieters sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Wie schnell reagiert die Notrufzentrale? (Ideal: unter 60 Sekunden)
- Welche Sprachen werden in der Zentrale gesprochen?
- Ist eine lokale Notfallhilfe vor Ort verfügbar?
- Gibt es einen Schlüsseldepot-Service?
- Wie lange ist die Mindestlaufzeit des Vertrags?
Hausnotruf und ambulante Pflege kombinieren
Der Hausnotruf ist ein wichtiger Baustein im Sicherheitskonzept für ältere Menschen zu Hause – aber er ergänzt die häusliche Pflege, ersetzt sie nicht. Wenn zusätzlich ein ambulanter Pflegedienst notwendig ist, können beide Leistungen parallel genutzt werden. Über pflegedienst.me vermitteln wir kostenlos und neutral ambulante Pflegedienste in ganz Hamburg.
Quellen: GKV-Spitzenverband, SGB XI §40, Stiftung Warentest, Bundesministerium für Gesundheit